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Der coolste Notfall ist der, der nie passiert!


ODER AUCH: WAS IST PRÄVENTION?


Hier möchte ich einen kurzen Überblick darüber geben, was Prävention eigentlich ist — und warum sie in unserem Gesundheitssystem und auch im Alltag oft viel zu kurz kommt.

Wenn wir an Medizin denken, denken viele zuerst an Krankheiten, Medikamente oder Krankenhäuser. Dabei beginnt gute Medizin eigentlich viel früher: bevor überhaupt Beschwerden entstehen.

Genau das ist Prävention.


Was bedeutet Prävention - bzw. Primärprävention - überhaupt?

Prävention bedeutet Vorbeugung. Also Maßnahmen, die helfen sollen, Krankheiten zu verhindern, Risiken zu reduzieren oder gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Das kann ganz unterschiedlich aussehen:

  • 🥗 ausgewogene Ernährung

  • 🏃 Bewegung

  • 😴 ausreichend Schlaf

  • ☀️ Sonnenschutz

  • 🚭 Nichtrauchen

  • 🩺 Vorsorgeuntersuchungen

  • 💉 Impfungen

  • 🧠 Stressmanagement

Prävention bedeutet nicht, „perfekt gesund“ zu leben. Es geht vielmehr darum, dem eigenen Körper langfristig gute Bedingungen zu geben.

Um all dies zu ermöglichen, benötigt es Information. Und zwar Infos, mit denen man etwas anfangen kann. Es ist zwar immer wichtig, eine Kernaussage zu haben wie: "Wenn man X tut, dann passiert langfristig Y.", weil sich das Hirn zu komplizierte, zu unrelevante Abläufe nicht langfristig einprägt. Dennoch ist es wichtig einmal im Grunde verstanden zu haben warum Y eintritt und warum das schlecht wäre. Denn nur dann kann man eine für sich selbst verantwortliche fundierte Entscheidung darüber treffen, ob man das Risiko für sich selbst und eventuell auch seine Liebsten eingehen möchte.


Sekundär- und Tertiärprävention - oder auch: Der Körper liebt Comebacks!

Viele denken bei Prävention nur an die Vermeidung von Krankheiten. Aber Prävention hört nicht plötzlich auf, sobald Beschwerden oder eine Diagnose da sind.

Genau hier kommen Sekundär- und Tertiärprävention ins Spiel. Klingt erstmal kompliziert — ist aber eigentlich ziemlich alltagsnah.


🔎 Sekundärprävention — früh erkennen

Bei der Sekundärprävention geht es darum, Krankheiten oder Veränderungen möglichst früh zu entdecken, bevor größere Schäden entstehen.


Dazu gehören zum Beispiel:

  • Vorsorgeuntersuchungen

  • Hautkrebs-Screenings

  • Blutdruckkontrollen

  • Darmkrebsvorsorge

  • Mammographie

  • Anleitende Information (wie z.B. zur Brustabtastung)


Der Gedanke dahinter:

Früh entdeckt ist oft besser behandelbar.

💪 Tertiärprävention — der Körper liebt Comebacks


Tertiärprävention beginnt dann, wenn bereits eine Erkrankung oder gesundheitliche Einschränkung besteht.

Das Ziel ist jetzt nicht mehr unbedingt, die Krankheit komplett zu verhindern — sondern:

  • Beschwerden zu reduzieren

  • Rückfälle zu vermeiden

  • Folgeschäden zu verhindern

  • Lebensqualität zu verbessern


Und genau hier passt der Satz:

„Der Körper liebt Comebacks.“

Denn unser Körper kann erstaunlich positiv auf Veränderungen reagieren — selbst dann, wenn schon jahrelang Belastungen bestanden haben.


Zum Beispiel:

  • 🚭 Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich auch nach vielen Jahren

  • 🩺 Ein behandelter Bluthochdruck entlastet Herz und Gefäße

  • 💪 Bewegung kann auch nach Erkrankungen Kraft und Lebensqualität verbessern

  • 🧠 Psychische Stabilität kann wieder wachsen, auch nach schweren Phasen


Das bedeutet nicht, dass plötzlich alles „wie vorher“ wird. Aber Gesundheit ist eben kein Alles-oder-Nichts-Zustand.


In der Gesundheit geht es nicht um Perfektion. Sondern darum, dem eigenen Körper bessere Bedingungen zu geben — ab jetzt.

Und dafür ist es tatsächlich fast nie zu spät. ✨


Warum kommt Prävention oft zu kurz?


Ganz einfach: Prävention wirkt leise. Und - es wird wenig damit verdient.


Wenn eine Vorsorgeuntersuchung verhindert, dass eine Erkrankung spät entdeckt wird, merkt man oft gar nicht, was verhindert wurde. Wenn Bewegung langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert, passiert das schleichend. Keiner denkt sich um 6 Uhr morgens: "Geilo meiner Gefäßverkalkung wird damit entgegengewirkt!"; Sondern eher: "Warum tu ich mir das nur an?!".


Akute Probleme bekommen Aufmerksamkeit. Und haben damit ein hohes Verdienstpotential. Wo Verdienstpotential, da ein Markt. Vorbeugung bekommt zwar auch immer wieder Aufmerksamkeit, doch nicht in gleichem Maße.


Dazu kommt: Viele präventive Maßnahmen zeigen ihren Effekt erst Jahre später.

Unser Gehirn liebt aber schnelle Ergebnisse. Deshalb wird oft erst gehandelt, wenn Beschwerden bereits da sind.


Prävention ist nicht „langweilig“

Ganz im Gegenteil.

Prävention bedeutet Lebensqualität. Energie. Selbstfürsorge. Freiheit. Und manchmal auch einfach kleine Entscheidungen im Alltag, die langfristig einen großen Unterschied machen.

Gesundheit ist eben nicht nur die Abwesenheit von Krankheit — sondern auch die Möglichkeit, sich im eigenen Körper wohlzufühlen.


Mein persönlicher Eindruck aus der Medizin

In der Medizin verbringen wir oft sehr viel Zeit damit, Krankheiten zu behandeln, die man teilweise hätte verhindern oder früher erkennen können.

Natürlich lässt sich nicht alles vermeiden — und Gesundheit ist niemals vollständig kontrollierbar. Aber viele Menschen unterschätzen, wie stark kleine Gewohnheiten langfristig wirken können.

Prävention ist keine Garantie. Aber sie ist eine der sinnvollsten Investitionen in die eigene Gesundheit.


Wusstet ihr, dass ich als Ärztin für Präventionskurse Umsatzsteuer zahle – für Heilbehandlungen aber nicht? Das sagt viel darüber aus, wie unser System Prävention bewertet, oder?


PRÄVENTION ≠ VERBOT

Prävention sollte nicht gleichbedeutend mit Verboten aufgefasst werden.

Prävention bedeutet Informationen zu haben. Den Körper zu verstehen. Dieses Verständnis führt zu einer Selbstwirksamkeit. Also dem Verständnis, durch bestimmtes Handeln Dinge beeinflussen zu können. So ist es - natürlich in gewissen Grenzen - auch beim Körperverständnis und der Gesundheitsbildung.

Gesundheitsbildung hilft uns zu verstehen was man sich mit bestimmten Angewohnheiten antut oder wo man ein Risiko eingehen will.


Ich bin kein Freund von Verboten. Der Mensch hat die Eigenart Verbote spannend zu empfinden und diese Brechen zu wollen. Verbietet man Kindern Süßigkeiten, kann man beim ersten Taschengeld darauf warten, dass alles für eben diese ausgegeben wird. Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, für sich selbst eine Ausgewogenheit zu finden. Eine Person kann gut und gerne auf Schokolade verzichten, jedoch niemals auf das abendliche Glas Rotwein und andersherum. Manche Menschen sind super sportlich, dafür rauchen sie bei Gelegenheit die ein oder andere Zigarette.

Bei der Prävention geht es nicht darum Verbote zu schaffen oder diese unbedingt durchsetzen zu wollen. Es geht um eine Informationsvermittlung an jeden einzelnen, um dann kompromissorientierte Entscheidungen für sich selbst treffen zu können.


Fazit

Prävention ist mehr als nur „gesund leben“. Sie ist ein aktiver Umgang mit der eigenen Gesundheit und eine informierte Entscheidung — bevor Probleme entstehen.



!! Wichtiger Hinweis: Die Inhalte auf diesem Kanal dienen der verständlichen Vermittlung medizinischer Themen und ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden solltest du dich immer an medizinisches Fachpersonal wenden. Alle Inhalte wurden sorgfältig erstellt, dennoch besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Aktualität. !!

 
 
 

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